Wir finden dich Scheiße

Im Mai 2001 tötet sich ein Schüler in Wozinkel (Mecklenburg) wegen „jugendtypischer Streitereien“. Im Juni 2001 nimmt eine Theatergruppe des STiC-er Theater Stralsund diesen Vorfall zum Ausgangspunkt für eine szenische Auseinandersetzung.

Die zwölf Jugendlichen Spieler fragen mit den Mitteln des Theaters danach, was einen Menschen soweit bringen kann, was ihm widerfahren sein könnte. Mit einer „aufwühlenden“ (OZ) Werkschau unter dem Titel »Mobbing.Dick.« wurde letztes Jahr ein erstes Arbeitsergebnis präsentiert. Nach intensiver halbjähriger Probenzeit wird nun das Stück »Wir finden dich Scheiße« vorgestellt. Geschrieben, inszeniert und gespielt von den Kindern des Konsums (einer Theatergruppe des STiC-er Jugendtheaters).

Regie: Christian Schmidt

Premiere: 22.04.2002

Aladin

Aladin holt auf Geheiß eines Zauberers eine alte Lampe aus einem Brunnen. Wenn man daran reibt, erscheint ein Geist, der jeden Wunsch erfüllt. Aladin entdeckt dieses Geheimnis, überlistet den Zauberer und behält die Lampe.

Zusammen mit den Teilnehmern wurde das orientalische Märchen „Aladin“ tänzerisch-szenisch umgesetzt. Nicht nur die technische Befähigung, sondern auch der mimische Ausdruck bilden den Mittelpunkt des Stückes.

Eine liebevoll ausgestattete Ballettinszenierung mit vielen bunten Kostümen und klassischer Musik.

Regie: Susanne Dunst

Premiere: 10.04.2002

Disneykiller

Zwei 28-Jährige haben seit Jahren ihre Wohnung nicht verlassen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Schokolade. Die Eltern sind tot.
Niemand weiß, warum.

Im Verlauf ihres ‚Dahinvegetierens‘ werden sie gezwungen, sich mit ihren Urängsten auseinander zu setzen.

Philip Ridley lässt das Stück zwischen dem Möglichen und Unmöglichen spielen. Kann sein, dass alles ein Traum ist. Kann sein, dass sich alles in einen (realen) Albtraum verwandelt hat:

„…Dann steht der Disney-Killer auf, packt die Mistgabel und rammt sie dem Bub durch den Hals… Als der Bub tot ist, legt der Disney-Killer die Plastikente auf die Leiche und verläßt den Laden.“

 

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 06.04.2002

Das erste Mal

Die Chansons dieses ungewöhnlichen Nummernprogramms drehen sich rund um das schöne Thema Liebe. Moderiert vom völlig überforderten Aushilfskellner Waldemar, schaukelt sich die Show mit einigen Um- und Abwegen durch die seelischen Wirrungen der Künstler.

Ob als Aufschneider Franky oder amerikanisches Pop-Sternchen: Die Interpreten haben ihre eigenen persönlichen Geschichten dabei, erzählen aus unterschiedlichsten Perspektiven und Befindlichkeiten heraus. Dass es am Ende sogar ein Happy End gibt, liegt nicht zuletzt am unwiderstehlichen Charme der Karibik.

Begleitet werden die Sänger und Diven von einer wilden Gitarre und einem melancholischen Saxophon.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 15.03.2002

Krabat

Krabat, ein heimatloser Junge, wird auf eine geheimnisvolle Mühle gerufen. Dort trifft er auf elf Müllersburschen und einen Meister, der ihn in die Lehre nimmt.

Dass dies ein Trugschluß ist, stellt sich schon recht bald heraus. Die Jungen sind Marionetten des Meisters und jeder der sich seiner Herrschaft widersetzt, kommt auf eigentümliche Weise ums Leben…
Die Sicherheit von Lehre, Unterkunft und Verpflegung entpuppt sich als beinahe ausweglose Gefangenschaft, wäre da nicht die Liebe Krabats zu einem Mädchen, die es schafft, die Tyrannei zu beenden. Doch bis es soweit ist, vergehen ganze drei Jahre, in denen Krabat den Willen und das Selbstvertrauen entwickelt, sich zu befreien.

Die Inszenierung basiert auf dem Roman ‚Krabat‘ von Otfried Preußler. Die DarstellerInnen im Alter von 13 bis 15 Jahren haben sich auf das Abenteuer einer eigenen szenischen Bearbeitung des literarischen Stoffes eingelassen und das Konzept im gemeinsamen Arbeitsprozess selbst entwickelt. Aus unterschiedlichsten Perspektiven wird die Geschichte der zwölf Jungen erzählt, wobei chorische, rituelle Handlungen entscheidend für das atmosphärische Spiel sind.
Der Roman von Otfried Preußler erscheint in seiner archaischen Symbolik zeitlos. Identitätsfindung und Individualisierung werden immer entscheidene Themen bei Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenenalter bleiben. Dass es nicht immer leicht ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, zeigen die Fluchtversuche Jugendlicher in faschistoid angelegte Gemeinschaften, in denen ein rigides Regelwerk eine scheinbare Sicherheit bieten.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 14.03.2002