Dantons Tod

Büchners Drama spielt mit geschichtlicher Genauigkeit in der Zeit der Schreckensherrschaft von Robespierre während der französischen Revolution.

In der Inszenierung von Franz Triebenecker versucht eine Gruppe Jugendlicher sich der Thematik der Revolution anhand ihrer Geschichte in Frankreich zu nähern. Getrieben durch den eigenen revolutionären Geist versinken sie in die geschichtlichen Figuren und verschwinden allmählich hinter ihnen. Sie werden, mit allen Konsequenzen für Leben und Tod, zu Danton, Desmoulins und Robespierre.

Die Figur Danton ist eine äußerst moderne Gestalt. Seine Skepsis richtet sich nicht allein gegen die vorgefundenen Ideologien, sondern in letzter Konsequenz gegen sich selber:

„das Leben ist nicht die Arbeit werth, die man sich macht, es zu erhalten“.

Auf existentieller Ebene entspricht die Opposition Robespierre/Danton dem Gegensatz Idealismus/Nihilismus, wobei der Text auch hier keine Wertung vornimmt.

Dantons illusionslose Perspektive hat eine verhängnisvolle Lähmung zur Folge: Weder ist er in der Lage, sein Leben und das seiner Freunde zu retten (immer wieder wird er, vergeblich, zur Flucht oder zum Eingreifen aufgefordert), noch vermag er das von ihm erkannte Übel aufzuhalten; sein Tod gerät zu einer stilisierten, sinnentleerten Geste.

Regie: Franz Triebenecker

Premiere: 22.04.2006

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.