Schlagwort-Archiv: Drama

Elektra

Das Drama schildert die geplante Blutrache der Elektra und ihres verschollenen Bruders Orestes an Klytaimnestra, der gemeinsamen Mutter.

Diese hatte vorher zusammen mit ihren Geliebten Aigisthos ihren, aus der Schlacht um Troja zurückgekehrten, Ehemann, den König von Argos, Agamemnon mit drei rituellen Axtschlägen getötet.
Elektra wird von ihrer Mutter wie ein Sklavin gehalten, ist im Innersten jedoch frei und unabhängig.
Elektra und Orest schmieden am Grab des Vaters den Racheplan…

Regie: Svea Parczyk, Anna Wenzel

Premiere: 13.10.2006

Leben

Die neue Produktion der Theatergruppe des Regenbogen e.V.

Alexander – ein junger aufgeschlossener Teenager – erfährt verschiedene Reaktionen seiner Offenbarung, bei den Eltern und seinen Freunden.
Unkenntnis und Leichtsinn versetzen ihn allerdings in eine andere Welt. Eine Welt des Umdenkens.
Krank sein und keine Heilung möglich, was muss das für ein Gefühl sein?
Bei diesem Kampf gibt es keinen Gewinn, sicher ist der Tod.

Entgegen unserer ersten Meinung, Theater anders aber lustig, haben wir uns entschieden aus aktuellen Anlass ein Drama zu inszenieren.
Der Tod eines an Aids erkrankten Freundes, ließ uns darüber nachdenken, ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen, um andere Menschen von der Notwendigkeit der Aidsprävention zu überzeugen.
Sicherlich kein leichtes Unterfangen, aber dennoch haben wir diesen Schritt gewagt und hoffen auf Zuspruch und Einsicht.

Regie: Henry Martens-Rentel

Premiere: 12.05.2006

Dantons Tod

Büchners Drama spielt mit geschichtlicher Genauigkeit in der Zeit der Schreckensherrschaft von Robespierre während der französischen Revolution.

In der Inszenierung von Franz Triebenecker versucht eine Gruppe Jugendlicher sich der Thematik der Revolution anhand ihrer Geschichte in Frankreich zu nähern. Getrieben durch den eigenen revolutionären Geist versinken sie in die geschichtlichen Figuren und verschwinden allmählich hinter ihnen. Sie werden, mit allen Konsequenzen für Leben und Tod, zu Danton, Desmoulins und Robespierre.

Die Figur Danton ist eine äußerst moderne Gestalt. Seine Skepsis richtet sich nicht allein gegen die vorgefundenen Ideologien, sondern in letzter Konsequenz gegen sich selber:

„das Leben ist nicht die Arbeit werth, die man sich macht, es zu erhalten“.

Auf existentieller Ebene entspricht die Opposition Robespierre/Danton dem Gegensatz Idealismus/Nihilismus, wobei der Text auch hier keine Wertung vornimmt.

Dantons illusionslose Perspektive hat eine verhängnisvolle Lähmung zur Folge: Weder ist er in der Lage, sein Leben und das seiner Freunde zu retten (immer wieder wird er, vergeblich, zur Flucht oder zum Eingreifen aufgefordert), noch vermag er das von ihm erkannte Übel aufzuhalten; sein Tod gerät zu einer stilisierten, sinnentleerten Geste.

Regie: Franz Triebenecker

Premiere: 22.04.2006

Frühlings Erwachen

„Eure Gebote gelten für Unmündige;
ich trage mein Freibillet in mir.
Sinkt die Schale, dann flattert der Falter davon;
das Trugbild geniert nicht mehr.
– Ihr solltet kein tolles Spiel
mit dem Schwindel treiben!
Der Nebel zerrinnt;
das Leben ist Geschmacksache.“

Frank Wedekinds Drama wurde erst 15 Jahre nach seinem Erscheinen in zensierter Form aufgeführt. Seine Kritik an der scheinheiligen Moral der Gesellschaft wollte seinerzeit niemand wahrhaben. Werte statt Dialog – bei Wedekind zerbrechen die Jugendlichen an den strengen Normen, die sie durch’s Leben führen sollen. Ihre ungestüme Suche nach dem Ich überfordert eine ich-bezogene Gesellschaft, die nicht bereit ist, mit den Jugendlichen das Gespräch zu suchen.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 11.06.2001