Schlagwort-Archiv: Eva Gruner

Der verzauberte Ahorn

Weronka durchwandert die Welt, um den Goldschmied Kaspar zu retten, der von einer bösen Zauberin in einen dunklen Ahornstamm verwandelt wurde.

Auf ihrer Reise gelangt sie zum Mond, zur Sonne und zum Wind, welche sie um die Gaben bittet, mittels derer sie ihren Liebsten zurück verwandeln kann. Doch nur mit Hilfe der gewitzten Mütter gelingt es Weronika, die drei zu erweichen.

Regie: Eva Gruner

Das erste Mal

Die Chansons dieses ungewöhnlichen Nummernprogramms drehen sich rund um das schöne Thema Liebe. Moderiert vom völlig überforderten Aushilfskellner Waldemar, schaukelt sich die Show mit einigen Um- und Abwegen durch die seelischen Wirrungen der Künstler.

Ob als Aufschneider Franky oder amerikanisches Pop-Sternchen: Die Interpreten haben ihre eigenen persönlichen Geschichten dabei, erzählen aus unterschiedlichsten Perspektiven und Befindlichkeiten heraus. Dass es am Ende sogar ein Happy End gibt, liegt nicht zuletzt am unwiderstehlichen Charme der Karibik.

Begleitet werden die Sänger und Diven von einer wilden Gitarre und einem melancholischen Saxophon.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 15.03.2002

Krabat

Krabat, ein heimatloser Junge, wird auf eine geheimnisvolle Mühle gerufen. Dort trifft er auf elf Müllersburschen und einen Meister, der ihn in die Lehre nimmt.

Dass dies ein Trugschluß ist, stellt sich schon recht bald heraus. Die Jungen sind Marionetten des Meisters und jeder der sich seiner Herrschaft widersetzt, kommt auf eigentümliche Weise ums Leben…
Die Sicherheit von Lehre, Unterkunft und Verpflegung entpuppt sich als beinahe ausweglose Gefangenschaft, wäre da nicht die Liebe Krabats zu einem Mädchen, die es schafft, die Tyrannei zu beenden. Doch bis es soweit ist, vergehen ganze drei Jahre, in denen Krabat den Willen und das Selbstvertrauen entwickelt, sich zu befreien.

Die Inszenierung basiert auf dem Roman ‚Krabat‘ von Otfried Preußler. Die DarstellerInnen im Alter von 13 bis 15 Jahren haben sich auf das Abenteuer einer eigenen szenischen Bearbeitung des literarischen Stoffes eingelassen und das Konzept im gemeinsamen Arbeitsprozess selbst entwickelt. Aus unterschiedlichsten Perspektiven wird die Geschichte der zwölf Jungen erzählt, wobei chorische, rituelle Handlungen entscheidend für das atmosphärische Spiel sind.
Der Roman von Otfried Preußler erscheint in seiner archaischen Symbolik zeitlos. Identitätsfindung und Individualisierung werden immer entscheidene Themen bei Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenenalter bleiben. Dass es nicht immer leicht ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, zeigen die Fluchtversuche Jugendlicher in faschistoid angelegte Gemeinschaften, in denen ein rigides Regelwerk eine scheinbare Sicherheit bieten.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 14.03.2002

Die kleine Seejungfrau

Nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen.

Merle, die kleine Seejungfrau, wird 15 Jahre alt. Es ist ein ganz besonderer Geburtstag! Merle ist von nun an erwachsen. Sie darf endlich an die Wasseroberfläche schwimmen und das Leben über dem Meer bestaunen. Damit ihr nichts zustößt, wird sie von Röschen dem Seepferdchen begleitet, das von dieser Aufgabe alles andere als begeistert ist. Röschen ist nämlich ein richtig ängstliches Zitterpferdchen. Am meisten fürchtet es sich vor der bösen Meerhexe und ihren zwei Söhnen, den Seeteufeln Hannibal und Balihan. Dabei sind die beiden eigentlich ganz harmlos. Sie langweilen sich eben im großen Ozean und denken sich deshalb ständig neue Streiche aus, mit denen sie den Seekönig und seine Familie erschrecken können. Aber vielleicht wollen sie ja auch nur die Aufmerksamkeit von Merle auf sich ziehen? Die finden sie nämlich – zum Ärger ihrer Mutter – sehr, sehr nett…

An der Wasseroberfläche angelangt, entdeckt Merle auf einem Schiff einen jungen Prinzen und verliebt sich in ihn. Bei einem Seebeben, das der Meerhexe zu verdanken ist, stürzt der Prinz ins Wasser. Merle rettet ihm das Leben und möchte von da an ein Mensch werden, um immer bei ihm bleiben zu können. Um die ersehnten Beine zu bekommen, geht sie einen gefährlichen Vertrag mit der Meerhexe ein, der ihr beinahe das Leben kostet…

Unsere moderne szenische Umsetzung orientiert sich an dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen. Allerdings geht bei uns die Geschichte gut aus. Merle darf bei den Menschen leben und beim Prinzen bleiben. Bei Andersen wird die kleine Seejungfrau zu Schaum auf dem Meer. Wir stellen weniger die Liebe der Seejungfrau zum Prinzen als den Konflikt zwischen Jugendlichen und Erwachsen heraus: Wann ist man groß genug, um seine eigenen Wege zu gehen, und seine eigenen Entscheidungen zu treffen? Ohne auf poetische Stimmungen zu verzichten, wird der Trennungsprozess zwischen Merle und ihrem Vater auf tragisch-komische Weise erzählt. Der Bühnenraum gestaltet sich bunt und vielseitig, so dass er den 15 jungen Darstellern zwischen zwölf und vierzehn Jahren gerecht wird.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 28.11.2001

Frühlings Erwachen

„Eure Gebote gelten für Unmündige;
ich trage mein Freibillet in mir.
Sinkt die Schale, dann flattert der Falter davon;
das Trugbild geniert nicht mehr.
– Ihr solltet kein tolles Spiel
mit dem Schwindel treiben!
Der Nebel zerrinnt;
das Leben ist Geschmacksache.“

Frank Wedekinds Drama wurde erst 15 Jahre nach seinem Erscheinen in zensierter Form aufgeführt. Seine Kritik an der scheinheiligen Moral der Gesellschaft wollte seinerzeit niemand wahrhaben. Werte statt Dialog – bei Wedekind zerbrechen die Jugendlichen an den strengen Normen, die sie durch’s Leben führen sollen. Ihre ungestüme Suche nach dem Ich überfordert eine ich-bezogene Gesellschaft, die nicht bereit ist, mit den Jugendlichen das Gespräch zu suchen.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 11.06.2001