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Der Kleine Prinz

Das Märchen von Antoine de Saint-Exupéry.

Das zentrale Thema dieser gedankentiefen und zartempfundenen Geschichte vom kleinen Prinzen, ist die Aufhebung der Einsamkeit in der Freundschaft. Der kleine Prinz ist nichts anderes als ein Teil von Saint-Exupery selbst, der der rationalen Sichtweise der Erwachsenen, ihrer Besitzergreifung der Welt durch Zahlen, ihrer Art der Beweisführung und ihrer Logik in den Parabeln von der Rose und vom Fuchs das Gebot der Mitmenschlichkeit entgegenhält.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 14.01.2005

Blut

Eine Gruppe politischer Extremisten entführt die Frau eines hochrangigen Politikers.

Die Frist zur Zahlung des Lösegeldes ist mit der Drohung verbunden, der Frau alle zehn Stunden ein Körperteil abzuschneiden.
In der Welt draussen werden daraufhin verschiedene Menschen aus ihrem Alltag, der in seiner Banalität absurd und komisch zugleich ist, herausgerissen. Die Spuren der Entführung zwingen sie dazu, die eigene Existenz mit völlig neuen Augen zu sehen.

Regie: Jana Deters-Gonseth, Axel Zühlsdorff

Premiere: 10.03.2003

Atriden

Wenn man statt Ferkel wieder Kinder schlachtet…

Auf der Suche nach dem archaischen Theater begegnen wir der antiken Tragödie. Sie steht am Anfang der abendländischen Kultur.
Das Stück „Die Troerinnen“ ist ca. 2400 Jahre alt und trotzdem empfinden wir den Stoff als zeitgemäß. Es scheint uns, als passiere die menschliche Geschichte in ihrem Kreislauf wieder den Zustand, aus dem heraus diese Welt entstanden ist.

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 23.05.2002

Disneykiller

Zwei 28-Jährige haben seit Jahren ihre Wohnung nicht verlassen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Schokolade. Die Eltern sind tot.
Niemand weiß, warum.

Im Verlauf ihres ‚Dahinvegetierens‘ werden sie gezwungen, sich mit ihren Urängsten auseinander zu setzen.

Philip Ridley lässt das Stück zwischen dem Möglichen und Unmöglichen spielen. Kann sein, dass alles ein Traum ist. Kann sein, dass sich alles in einen (realen) Albtraum verwandelt hat:

„…Dann steht der Disney-Killer auf, packt die Mistgabel und rammt sie dem Bub durch den Hals… Als der Bub tot ist, legt der Disney-Killer die Plastikente auf die Leiche und verläßt den Laden.“

 

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 06.04.2002

Die Räuber

Maximilian, der regierende Graf von Moor, hat zwei Söhne, die nicht unterschiedlicher sein können. Karl, ein sprühender Geist, ein heller Kopf.

Als Kontrast steht ihm sein Bruder Franz – einerseits voller Verbitterung und Neid auf den, vom Vater und der jungen Amalia geliebten, Karl; andererseits ein charismatischer Redner, der geborene Politiker, mit uneingeschränktem Willen zur alleinigen Macht – gegenüber. Während Karl in Leipzig ein wildes Studentenleben führt, erreicht Franz durch gefälschte Briefe über ein angebliches Verbrecherleben Karls, die Verbannung und Enterbung des verhassten Bruders durch den alten, verstörten Vater. Karl wird aus beleidigter Ehre Räuber, die Privaterbitterung gegen einen „unzärtlichen Vater“ lässt ihn öffentlich tätig werden und für eine Republik kämpfen „gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein werden“.

Das Stück wird zu einem Experiment der Auflehnung gegen eine Ordnung, für die niemand sich mehr verantwortlich zeichnet. Der Kampf, der zu nichts mehr führt, wird zur Pose, an der manieristisch gefeilt wird.

Die rebellierenden Brüder können ihre Auflehnung nicht mehr fokussieren und tendieren zum Rundumschlag. Franz wird böser Nimmersatt:

„Ich will alles um mich her ausrotten, was mich einschränkt, dass ich nicht Herr bin“,

und Karl wird Meister der Auslöschung:

„Ich habe keinen Vater mehr, ich habe keine Liebe mehr, und Blut und Tod soll mich vergessen lehren, dass mir jemals etwas teuer war!“.

Ein skrupelloser Bösewicht und ein gnadenloser Rächer. Doch nicht die historische Deutungsmacht, sondern die Spannung zwischen zwei konträren Lebensentwürfen macht diesen Bühnentext zum zeitlosen Exempel. Es geht hier um Aufbruch, Ambitionen und Alternativen. Ein saftiger Schuss von Wut und Sehnsucht wird versprüht, wenn von Politikverdrossenheit und Egoismus gesprochen wird.

Das Stück wird zu einer Mischung – indem die Räuber Pulp Fiction auf die Bühne bringen und die beklemmende Atmosphäre einer Gesellschaft, die sich auf einer unentrinnbaren Gewaltspirale dreht.

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 15.05.2001