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Die kleine Seejungfrau

Nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen.

Merle, die kleine Seejungfrau, wird 15 Jahre alt. Es ist ein ganz besonderer Geburtstag! Merle ist von nun an erwachsen. Sie darf endlich an die Wasseroberfläche schwimmen und das Leben über dem Meer bestaunen. Damit ihr nichts zustößt, wird sie von Röschen dem Seepferdchen begleitet, das von dieser Aufgabe alles andere als begeistert ist. Röschen ist nämlich ein richtig ängstliches Zitterpferdchen. Am meisten fürchtet es sich vor der bösen Meerhexe und ihren zwei Söhnen, den Seeteufeln Hannibal und Balihan. Dabei sind die beiden eigentlich ganz harmlos. Sie langweilen sich eben im großen Ozean und denken sich deshalb ständig neue Streiche aus, mit denen sie den Seekönig und seine Familie erschrecken können. Aber vielleicht wollen sie ja auch nur die Aufmerksamkeit von Merle auf sich ziehen? Die finden sie nämlich – zum Ärger ihrer Mutter – sehr, sehr nett…

An der Wasseroberfläche angelangt, entdeckt Merle auf einem Schiff einen jungen Prinzen und verliebt sich in ihn. Bei einem Seebeben, das der Meerhexe zu verdanken ist, stürzt der Prinz ins Wasser. Merle rettet ihm das Leben und möchte von da an ein Mensch werden, um immer bei ihm bleiben zu können. Um die ersehnten Beine zu bekommen, geht sie einen gefährlichen Vertrag mit der Meerhexe ein, der ihr beinahe das Leben kostet…

Unsere moderne szenische Umsetzung orientiert sich an dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen. Allerdings geht bei uns die Geschichte gut aus. Merle darf bei den Menschen leben und beim Prinzen bleiben. Bei Andersen wird die kleine Seejungfrau zu Schaum auf dem Meer. Wir stellen weniger die Liebe der Seejungfrau zum Prinzen als den Konflikt zwischen Jugendlichen und Erwachsen heraus: Wann ist man groß genug, um seine eigenen Wege zu gehen, und seine eigenen Entscheidungen zu treffen? Ohne auf poetische Stimmungen zu verzichten, wird der Trennungsprozess zwischen Merle und ihrem Vater auf tragisch-komische Weise erzählt. Der Bühnenraum gestaltet sich bunt und vielseitig, so dass er den 15 jungen Darstellern zwischen zwölf und vierzehn Jahren gerecht wird.

Regie: Eva Gruner

Premiere: 28.11.2001

Die Räuber

Maximilian, der regierende Graf von Moor, hat zwei Söhne, die nicht unterschiedlicher sein können. Karl, ein sprühender Geist, ein heller Kopf.

Als Kontrast steht ihm sein Bruder Franz – einerseits voller Verbitterung und Neid auf den, vom Vater und der jungen Amalia geliebten, Karl; andererseits ein charismatischer Redner, der geborene Politiker, mit uneingeschränktem Willen zur alleinigen Macht – gegenüber. Während Karl in Leipzig ein wildes Studentenleben führt, erreicht Franz durch gefälschte Briefe über ein angebliches Verbrecherleben Karls, die Verbannung und Enterbung des verhassten Bruders durch den alten, verstörten Vater. Karl wird aus beleidigter Ehre Räuber, die Privaterbitterung gegen einen „unzärtlichen Vater“ lässt ihn öffentlich tätig werden und für eine Republik kämpfen „gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein werden“.

Das Stück wird zu einem Experiment der Auflehnung gegen eine Ordnung, für die niemand sich mehr verantwortlich zeichnet. Der Kampf, der zu nichts mehr führt, wird zur Pose, an der manieristisch gefeilt wird.

Die rebellierenden Brüder können ihre Auflehnung nicht mehr fokussieren und tendieren zum Rundumschlag. Franz wird böser Nimmersatt:

„Ich will alles um mich her ausrotten, was mich einschränkt, dass ich nicht Herr bin“,

und Karl wird Meister der Auslöschung:

„Ich habe keinen Vater mehr, ich habe keine Liebe mehr, und Blut und Tod soll mich vergessen lehren, dass mir jemals etwas teuer war!“.

Ein skrupelloser Bösewicht und ein gnadenloser Rächer. Doch nicht die historische Deutungsmacht, sondern die Spannung zwischen zwei konträren Lebensentwürfen macht diesen Bühnentext zum zeitlosen Exempel. Es geht hier um Aufbruch, Ambitionen und Alternativen. Ein saftiger Schuss von Wut und Sehnsucht wird versprüht, wenn von Politikverdrossenheit und Egoismus gesprochen wird.

Das Stück wird zu einer Mischung – indem die Räuber Pulp Fiction auf die Bühne bringen und die beklemmende Atmosphäre einer Gesellschaft, die sich auf einer unentrinnbaren Gewaltspirale dreht.

Regie: Jana Deters-Gonseth

Premiere: 15.05.2001

Projekt „Freibeuter.tv“

Das Projekt „Freibeuter.tv“ (im Ursprung ein Jugendmagazin für Regionalsender sowie „Offene Kanäle“) – nun vielmehr eine Medienplattform für junge Menschen in Nordvorpommern – wurde erstmals 2001 / 02 – 2004 unter dem Dach des STiC-er Theater e.V. Stralsund durchgeführt.

Durch dieses Projekt entwickelte sich eine kreative Medienwerkstatt wo neben kleineren Beträgen und Interviews auch Kurzfilme, Dokumentationen, Trailer, Theaterstück- und Konzertmitschnitte entstehen.

Medienpädagogen als auch aktive Filmemacher entwickeln mit Jugendlichen und Laien unterschiedlichster Herkunft verschiedenste Medienprojekte für „Offene Kanäle“ / Regionalsender, Festivals und bei besonders ambitionierten Projektergebnissen auch für das Fernsehen.

David und Goliath

Dieses Stück ist eine modere Fassung der biblischen Geschichte von David und Goliath, die den blutigen Krieg zwischen Israeliten und Philistern zum Thema hat.

Der Bäckerbursche David ist natürlich die Hauptfigur. Er soll seinen drei Brüdern im Kriegslager der Israeliten die Jause bringen. Bei dieser Gelegenheit erfährt er, wer der Goliath ist und dass sich schon lange niemand mehr traut, gegen diesen Riesen im Kampf anzutreten. Obwohl der ganze Krieg erst dann beendet werden kann, wenn einer den Goliath besiegt…

Schließlich ist es aber gerade David – der kleine schwache David – der den Zweikampf gegen den riesigen Philister wagt:
„Ich kämpfe mit dem, was im Kopf drin ist – mit dem Hirn!“

Welche Mittel er aber außerdem noch zum Kampf verwendet, darüber hat sich Franz Hohler, der Autor dieses Stückes, Gedanken gemacht und dabei ganz neue, überraschende Dinge herausgefunden.