Festivals . . . Workshops . . . Begegnungen

Seit 1991 repräsentiert das STiC-er Theater die Hansestadt Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland mit den hier im Haus entstandenen Inszenierungen auf nationalen und internationalen Festivalbühnen, ermöglicht den künstlerischen Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen verschiedener Länder, organisiert oder partizipiert von Theaterworkshops in Europa und der Welt. Auf unseren Gastspielen und im internationalen Austausch erleben die Kinder und Jugendlichen andere Kulturen, können ihren Horizont erweitern und Erfahrungen sammeln. 2008, z.B., zeigten wir unsere Inszenierung „Peer Gynt“ auf dem großen Baltic Amber Festival in Riga. Unsere jungen Darsteller wurden mit standing ovation gefeiert. Bisher erhielten wir Einladungen in mehr als 20 Länder, STiC-er Theater-Gruppen traten u.a. in Monaco, Korea, Indien und Tunesien auf.

 


2019


"ANDERS SEIN"

Deutsch-Polnischer Theater und Medien Workshop vom 24. - 29. November 2019

Eine Woche lang herrscht Ausnahmezustand im Lubminer „Bildungshaus am Meer.“ In den Fluren sind die Stimmen junger Menschen zu hören. Sie brüllen, lachen, heulen, trampeln, schlurfen, stampfen, singen oder beschallen die Seminarräume mit lauter Musik. Manchmal knallen sie auch mit den Türen. Es tauchen stark geschminkte und sogar maskierte Gesichter und verkleidete Körper auf. Filmteams sind im ganzen Haus unterwegs, Fotografen hetzen von einem Raum zum anderen, Blätter und Klamotten fliegen durch die Gegend, in diesem Jahr sogar Farbe!

Hauptsache „anders sein“!!!!

So lautet das Motto schon seit vielen Jahren. Immer im November findet unter dieser Überschrift  der internationale und interdisziplinäre Theater- und Medien Workshop in Lubmin statt, gefördert vom deutsch-polnischen Jugendwerk. Eine Woche lang treffen sich Schüler zwischen 15 und 16 Jahren aus Zielona Góra und aus Stralsund in dem kleinen Seebad. Sie nehmen gemeinsam an verschiedenen Projekten teil, erarbeiten Bühnenstücke, tanzen, filmen oder fotografieren. Angeleitet und unterstützt werden sie von den Theater-, Tanz- und Medienpädagogen des STiC-er.

2019 gab es insgesamt drei Projekte.

Eine Ideenwerkstatt, in der die Jugendlichen selbst gefordert waren, sich szenisch, musikalisch oder auch filmisch mit dem Thema „anders sein“ auseinanderzusetzen. Dazu stand ihnen eine Theater-Toolbox mit Masken, Farben, Musikinstrumenten, Kostümen und Requisiten zur Verfügung. Die Jugendlichen beider Länder fanden sich in Paaren oder kleinen Gruppen zusammen, um ihre eigenen Vorstellungen vom „anders sein“, umzusetzten und mutige Fragen zu stellen. Es entstanden ein Kurzfilm über Emotionen; ein Radioreport; eine Art interaktive Talkshow, in der das Publikum einbezogen wurde und minimalistische Theaterszenen, in denen der Umgang mit Menschen, die anders sind, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wurden. Sogar ein Song wurde selbst geschrieben und komponiert. Die jungen Darsteller griffen oft auf ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zurück, hielten sich selbst und anderen den Spiegel vor, spielten provokativ mit Klischees und Vorurteilen.

Ein chorisch-choreografisches Projekt mit dem Titel „13 Minuten – Masse vs. Individuum“ in Anlehnung an das Schiller-Zitat: „Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig; sind sie in corpore (alle zusammen), gleich wird euch ein Dummkopf daraus.“
Insgesamt 19 deutsche und polnische Schüler näherten sich dem Thema „anders sein“ durch Tanz und chorisches Sprechen.  Es ging darum, mit dem Körper und durch Bewegungen Symbole und Metaphern für das Phänomen der Masse vs. des Individuums zu finden und choreografisch in Bildern zum Ausdruck zu bringen. Worte wie „Anpassen“ verwandelten sich beispielsweise im chorischen Echo zu „Hassen“. Was bedeutet es, sich der „Masse“ unterzuordnen, sich anzupassen? Welche Kraft hat die „Masse“ und wie anziehend ist sie? Wie kann sich das „Individuum“ der „Masse“ entziehen und warum sollte es das tun? Ist frei, wer anders ist, sich anders verhält, gegen den Strom schwimmt? Ist es möglich, solche Fragen tänzerisch (dar) zu stellen? Es entstand eine Choreografie, in der die „Masse“ auseinanderfällt, weil das Individuum gegen sie aufbegehrte.

In der Medienwerkstatt stellte sich die Gruppe großen Herausforderungen. Eine Geschichte zum Thema „anders sein“ zu erzählen und innerhalb einer Woche, einen Kurzfilm daraus zu machen, ist alles andere als leicht. Das Drehbuch und das Storyboard müssen geschrieben, Drehorte und Darsteller gesucht, Szenen und Dialoge erarbeitet und aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Einstellungsgrößen gedreht und geschnitten werden. Die Mediengruppe realisierte einen Film, in dem es um Ausgrenzung und Mobbing von Menschen, die „anders“ sind, ging. Sie hat es geschafft, der Thematik auf  humorvolle Art mit einem Augenzwinkern zu begegnen, ohne ihr die Tiefe und Ernsthaftigkeit zu nehmen. Außerdem entwickelten die Schüler eine ausdrucksstarke filmische Collage mit ethnisch und emotional unterschiedlichen Gesichtern.

Alle Werke, die während des deutsch-polnischen Workshops in Lubmin entstanden sind, konnten am letzten Abend vor Teilnehmern und Gästen erfolgreich präsentiert werden. Ein krönender Abschluss für die Jugendlichen aus Polen und Deutschland mit viel Anerkennung und verdientem Applaus.

"CYCLE OF LIFE"

Deutsch-Polnischer Workshop 12. - 17. August 2019

Erst einander begegnen und kennenlernen, dann gemeinsam hineinstürzen in die
(STiC-er) Theaterwelt.

Unser diesjähriger deutsch-polnischer Workshop stand unter der Überschrift „Cycle of Life“. Intensiv sollten sich die jungen Teilnehmer mit der Frage auseinandersetzen, was passiert, wenn der „Kreislauf des Lebens“ massiv gestört ist. Ein Thema, das die über fünfundzwanzig Mädchen und Jungen aus Stralsund und der polnischer Partnerstadt Stargard Szczeciński gleichermaßen bewegt.

Eine Woche lang arbeiteten die Jugendlichen konzentriert und voller Leidenschaft an der „Faust“-Adaption „Schöne Seelen“ von Kerstin Zühlsdorff.

In dem Stück wird die gesamte Menschheit angeklagt – für ihre Verbrechen gegen die Natur und gegen sich selbst. Ein Stoff, der tief geht und aktueller nicht sein kann. Mehr als sechs Stunden täglich probten die jungen Darsteller gemeinsam, studierten ihre Choreografien und Texte, spielten und tanzten auf der Bühne in der Alten Eisengießerei. Angeleitet und unterstützt von sechs Dozenten des STiC-er entwickelten sie ein interdisziplinäres

Stationen-Theaterstück, das fast schon bühnenreif war. Davon konnten sich viele Zuschauer am letzten Tag des deutsch-polnischen Workshops in einer öffentlichen Präsentation überzeugen. „Berührt“ und „zum Nachdenken angeregt“ fühlten sich viele von ihnen.

Die öffentliche Präsentation fand am 16.08.2019 um 18 Uhr in der Eisengießerei statt.

Das Projekt wurde durch POMERANIA e.V. gefördert.

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt
(Fonds für kleine Projekte Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen in der Euroregion Pomerania).


"MONSTERS & ME"

Deutsch - Schwedisches Theaterprojekt 2018 - 2019

2018 starteten wir ein gemeinsames Projekt mit dem Nya Paraplyteatern aus Falkenberg, Schweden. Jakob Fasold vom STiC-er Theater und seine skandinawische Kollegin Emma Wellsfält erarbeiteten mit insgesamt 15 schwedischen und deutschen Jugendlichen das bilaterale Theaterstück „Monsters & Me“. Es wurde in beiden Ländern uraufgeführt und handelt von den inneren Dämonen oder „Monstern“ , mit denen sich die Jugendlichen täglich in ihrer eigenen Lebenswelt auseineinandersetzen müssen. Darunter das „Vorurteils-Monster“, das „Vergesslichkeits-Monster“ und das „Ungedulds-Monster“, aber auch das Monster, welches Depressionen und Angst-Störungen verursacht. Die Figuren wurden von den Jugendlichen selbst entwickelt und vom Regie-Team inszeniert. Auf diese Weise konnten sehr konkrete Probleme von jungen Menschen thematisiert werden, gleichermaßen ernsthaft und humorvoll.
Der krönende Abschluss unseres internationalen Projektes „Monsters & Me“ war der Besuch in Kingston Upon Thames in England beim International Youth Arts Festival vom 05.07. – 15.07.2019. Die Gruppe adaptierte das Stück für die Festivalbühne des ACT Theater im Kingston College und führte es am 09.07.2019 auf. „Monsters & Me“ gewann den Publikumspreis! Eine unglaubliche Ehre und Motivation für die jungen Darsteller aus Schweden und Deutschland. Sie waren überwältig von der unerwarteten Auszeichnung und stolz auf dieses einzigartige und erfolgreiche STiC-er Theater-Projekt.

1991

„Was heißt hier Liebe” – FRANKREICH
„Ratte Erna” – SCHWEDEN

1992

„Gewalt im Spiel” – BELGIEN, INDIEN
„Kindersegen” – FRANKREICH

1993

„Niebelungen” – USA

1994

„Niebelungen” – GRIECHENLAND
„Gewalt im Spiel” – FRANKREICH

1995

„Delicatessen” – FRANKREICH

1996

„Göttliche Komödie” – POLEN

1998

„Addams Family” – POLEN
„Nibelungen” – GHANA, SÜDKOREA

1999

„Tanzshow” – FRANKREICH
„Mein Kampf” nach G. Tabori – SLOWAKEI

2000

„Kraftwerk” – INDIEN
„Abendkranich” – Österreich
„Masse Mensch” – TUNESIEN
„Pension Schöller” – SCHWEIZ

2001

„Krabat” – LETTLAND
„Time Out” – MONACO

2002

„Krabat” – UNGARN
„Atriden” – TUNESIEN

2003

„Elektra” – TUNESIEN
„Mobbing (Reloaded)” – INDIEN

2004

„1984″ – INDIEN

2005

„Momo” – INDIEN

2006

„Die verzauberten Brüder” – LITAUEN
„Momo” – SÜDKOREA

2007

„Herr der Fliegen” – MAZEDONIEN

2008

„Peer Gynt” – LETTLAND

2009

„Ach, Frauen!” – POLEN

2011

„Oliver Twist” – BULGARIEN, RUSSLAND

2018

„Necronomicon” – ENGLAND

2019

„Monsters & Me” – SCHWEDEN